Wer ich bin

Ich bin Matthias, Kurzform Matze und meines Zeichens Hobbyblogger.

Ich habe diesen Blog Anfang des Jahres angefangen aufzubauen um über Themen aus meinem Leben und Umfeld zu berichten. Nun hatte ich schon mehrere Beiträge in Arbeit zu unterschiedlichen Themen, aufgrund meiner Arbeit und akutem Zeitmangel allerdings nie die Möglichkeit diese geordnet und strukturiert umzusetzen.

Aufgrund eines akuten Vorfalls in meinem Persönlichen und privaten Umfeld bin ich auf das Thema Cannabis als Medizin und im Allgemeinen gestoßen und habe dieses für mich entdeckt.

Hier wird nun in Zukunft ein Blog entstehen, der über Cannabis informiert, die aktuelle Gesetzeslage beleuchtet und auch Einzelfälle näher beleuchtet.

Solltest du, lieber Leser, auch interessiert daran sein deine Geschichte in einem Beitrag präsentieren zu lassen und dir somit für deine Situation Gehör verschaffen wollen, so kannst du dich gerne bei mir melden, damit ich einen Artikel darüber veröffentliche.

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Cannabis als Medizin

 

Auf den ersten Blick ein idyllisches Bild. Ein Vater spielt mit seiner Tochter auf einem Spielplatz. Daneben seine Partnerin, die sich amüsiert die Szenerie anschaut. Der Vater blödelt mit seiner Tochter, die quiekt freudig und strahlt über beide Ohren.

Etwas, das für viele Menschen normal und alltäglich ist, für Florian R. eine Herausforderung und ein langer Weg bis dahin. Er leidet unter ADHS seit früher Kindheit und kämpft schwer im Alltag mit seiner Krankheit.

„Diese Krankheit sorgt für schwerwiegende Probleme in der Alltagsbewältigung. Angefangen mit dem geordneten Tagesablauf. Der beginnt bei einem geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus. Die soziale Interaktion mit Menschen fällt mir sehr schwer, ich bin sehr schnell verunsichert, unkonzentriert, und schnell überfordert, wenn ich zu viele Eindrücke auf einmal empfange.“

Medikamente helfen nicht

Um seine Krankheit in den Griff zu bekommen hat er bereits unzählige Medikamente durch entsprechende Fachärzte verschrieben bekommen und ausprobiert.

„Mirtazapin hat dafür gesorgt, das ich 3 Tage am Stück nicht in der Lage war, mich zu bewegen. Mein Körper fühlte sich an wie aus Blei. Dennoch habe ich die Schachtel, die mir verschrieben wurde zur Hälfte aufgebraucht. Zu der Zeit wurde jedoch meine Lebensgefährtin schwanger und ich war nicht mehr in der Lage, sie im Alltag zu unterstützen. Dann gab es da noch Citalopram.
Ich habe die Tabletten genommen aber keinerlei Unterschied feststellen können. “

Kein geregelter Tagesablauf, keine Möglichkeit auf geregelte Arbeit oder einen Führerschein. Dinge die für die meisten von uns schlicht und ergreifend zu den „Basics“ gehören, für Florian R. damals unerreichbar.

Ich habe 2016 oder 17 bereits einmal versucht den Führerschein zu meistern. In der Fahrschule teilte man mir mit, ich solle es besser lassen

Cannabis als Medizin

Dann, eines Tages fand er Berichte zu Cannabis als Medizin, welches auch bei ADHS Patienten verschrieben wird.

Im Oktober letzten Jahres fuhren meine Lebensgefährtin und ich dann nach Holland mit der Absicht, einen Arzt zu finden, der mich beraten kann. Ich wurde ausreichend über die Wirkung einer Dauermedikation aufgeklärt und vor allem der Unterschied zum „Freizeitkonsum“ am Abend.“

Seither konsumiert Florian R Cannabis als Medizin, völlig legal in einer mit dem Arzt abgeklärten und auf ihn zugeschnittenen Dosierung. Dadurch war er in der Lage einer Arbeit nachzugehen und sogar seinen Führerschein zu machen.

Allerdings bekommt er sein Medikament nur auf Privatrezept verschrieben, er muss die vollen kosten selbst tragen. Bei einem aktuellen Preis von 20 bis 25 € pro Gramm kommen so Kosten in Höhe von 750 bis 950 € pro Monat zustande. Untragbar für Florian R.

Die Krankenkasse lehnte seine Anfrage auf Kostenübernahme ab, mit der Begründung, ADHS wäre keine schwere Erkrankung und die Kostenübernahme würde nur für diese zur Verfügung stehen. Ein schlag ins Gesicht für Florian R.

Aufgrund der Tatsache das er sich sein Medikament nicht mehr leisten konnte, verfiel er wieder in seine anfänglichen Symptome. Er war zeitweise auch aufgrund der Kosten gezwungen sein Medikament auf dem Schwarzmarkt zu besorgen und verlor dadurch seinen hart erkämpften Arbeitsplatz. Zusammen mit seinem Arzt reichte Florian R. Beschwerde bei der Krankenkasse ein, welche das Ganze an den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung)weiterleitete. Aufgrund fehlender Dokumente kam der MDK zu der Entscheidung, das es sehr wohl eine schwerwiegende Erkrankung sei. Dennoch sollen nicht sämtliche Alternativen zu Cannabisprodukten ausgeschöpft worden sein. Als Beispiel wird Medikinet Adult genannt, welches Florian R. aber nachweislich schon über einen längeren Zeitraum ohne Wirkung eingenommen hatte.

Aber Florian R. gibt nicht auf, klagt aktuell vor dem Sozialgericht für sein Recht auf ein erfülltes und vor allem Symptomfreies Leben das er mit seiner Familie genießen möchte. Es ist erschreckend und zugleich traurig, wie man es einem kranken Menschen so schwer machen kann ein beschwerdefreies Leben zu führen.

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